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Raffgier schadet der gesellschaftlichen Ordnung

Schülerinnen der Ursulinenschule Hersel diskutierten mit Experten über Wirtschaftsethik

BORNHEIM – Können Unternehmen erfolgreich und gleichzeitig sozial engagiert sein? Zur Diskussion dieser Frage hatte die Ursulinenschule in Bornheim-Hersel zusammen mit der Bonner Steuerberatung VRT Linzbach, Löcherbach und Partner eingeladen. Neben dem ehemaligen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Klaus Bünger, und dem Geschäftsführer des Bundes katholischer Unternehmer, Martin Wilde, diskutierten Claudia Kreuder von der VRT sowie zwei Schülerinnen der Jahrsgangsstufe 13. Stephan Georg Schmidt, Pressesprecher des Erzbistums Köln und früherer Redakteur der „Wirtschaftswoche“, moderierte das sehr lebhafte Gespräch.
Claudia Kreuder erläuterte einige Beispiele, wie sich Firmen als Sponsor und Kooperationspartner in ihrem regionalen Umfeld engagieren können. Problematisch sei jedoch die Verantwortung für den Arbeitsmarkt. Martin Wilde erläuterte, dass ein Viertel aller Ausbildungsbewerber keinen oder nur einen schlechten Schulabschluss habe. „Diese Verantwortung kann ich nicht den Unternehmern vor die Tür kippen“, sagte er. Die Schülerinnen hingegen pochten auf die Chancengleichheit für Gymnasiasten, Real- und Hauptschüler. Claudia Kreuder unterstützte diese Forderung, hielt aber dagegen: „Sie müssen die Chance auch ergreifen und sich anstrengen.“
Klaus Bünger warnte davor, die Wirtschaftwelt „rosarot“ zu sehen. „Die soziale Marktwirtschaft ist leider schon erheblich deformiert.“ Gleichzeitig kritisierte er das Vorgehen einzelner Manager wie Klaus Esser und Josef Ackermann. Ihre „Raffgier“ habe der gesellschaftlichen Ordnung geschadet. Bünger weiter: „Unsere Demokratie kann nur existieren, wenn Unternehmer ihr Handeln an sozialethischen Leitplanken ausrichten.“


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